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Wozu dient eine Laufanalyse?

Was eine Laufanalyse zeigen kann und wie sie dabei hilft, passende Laufschuhe gezielter auszuwählen.

Laufanalyse für ein besseres Verständnis des Laufstils

Eine Laufanalyse ermöglicht es, einen Läufer während des Laufens zu beobachten.

Das klingt zunächst einfach, doch die Interpretation erfordert Vorsicht.

Eine Videoanalyse kann wertvolle Informationen liefern, wenn verschiedene Laufschuhe verglichen oder bestimmte Bewegungsaspekte besser verstanden werden sollen. Sie kann jedoch weder eine Verletzung sicher vorhersagen noch automatisch den perfekten Laufschuh bestimmen.

Genau diese Unterscheidung ist entscheidend für eine verantwortungsvolle Nutzung der Laufanalyse.

Eine Laufanalyse ist zuerst ein Beobachtungsinstrument

Beim Beobachten eines Läufers können verschiedene Aspekte betrachtet werden:

  • Fußaufsatz;
  • Abrollbewegung;
  • Bewegungen von Fuß und Sprunggelenk;
  • allgemeine Stabilität;
  • bestimmte Asymmetrien;
  • Schrittfrequenz;
  • Unterschiede zwischen verschiedenen Schuhen.

Videoaufnahmen ermöglichen es, Bewegungen zu verlangsamen und einzelne Details besser zu erkennen.

Was auf dem Bild zu sehen ist, muss jedoch immer im Gesamtkontext interpretiert werden.

Pronation ist normal

Pronation ist einer der Begriffe, die am häufigsten mit Laufanalyse verbunden werden.

Dabei gilt: Pronation ist keine Fehlfunktion. Sie ist eine natürliche Bewegung des Fußes.

Die relevante Frage lautet deshalb nicht einfach: „Proniert diese Person?“

Interessanter ist, wie sich der Läufer bewegt, in welchem Ausmaß, wie sich der Bewegungsablauf anfühlt, ob Stabilität empfunden wird und ob verschiedene Schuhe die Wahrnehmung verändern.

Eine starre Einteilung in „Pronierer / neutral / Supinierer“ ist heute zu vereinfachend.

Kann eine Laufanalyse Verletzungen vorhersagen?

Hier fordert die wissenschaftliche Literatur große Zurückhaltung.

Systematische Übersichtsarbeiten, die zahlreiche biomechanische Variablen untersucht haben, zeigen, dass die meisten Einzelparameter für sich allein zukünftige Laufverletzungen nicht zuverlässig vorhersagen können.

Einige Faktoren können bei bestimmten Verletzungen oder Personengruppen eine Rolle spielen, die Ergebnisse sind jedoch häufig uneinheitlich.

Eine Laufanalyse sollte deshalb niemals verwendet werden, um zu behaupten:

„Du bewegst dich so, also wirst du dich verletzen.“

Eine solche Aussage wäre wissenschaftlich nicht gerechtfertigt.

Warum sind Laufverletzungen so schwer vorherzusagen?

Weil sie multifaktoriell sind.

Das Risiko kann unter anderem beeinflusst werden durch:

  • frühere Verletzungen;
  • Veränderungen der Trainingsbelastung;
  • Regeneration;
  • Schlaf;
  • Trainingshäufigkeit und -intensität;
  • Lauferfahrung;
  • körperliche Leistungsfähigkeit;
  • Untergrund;
  • und in manchen Fällen biomechanische Faktoren.

Einige Sekunden Video können daher niemals das vollständige Verletzungsrisiko einer Person abbilden.

Wozu dient die Laufanalyse dann im Fachgeschäft?

Für etwas sehr Konkretes: beobachten und vergleichen.

Stell dir vor, ein Läufer testet drei Schuhe.

Der erste fühlt sich instabil an. Der zweite bietet mehr Halt, wirkt aber zu steif. Der dritte fühlt sich gleichzeitig komfortabel und flüssig an.

Die Videoanalyse liefert dann eine zusätzliche Information, die mit den Empfindungen des Läufers kombiniert wird.

Sie ersetzt nicht das persönliche Laufgefühl.

Die eigenen Empfindungen zählen

Ein Bewegungsmuster, das auf Video „perfekt“ aussieht, ist wenig hilfreich, wenn sich der Läufer im Schuh unwohl fühlt.

Umgekehrt können bestimmte sichtbare Besonderheiten einfach Teil der individuellen Laufbewegung sein und problemlos mit beschwerdefreiem Laufen vereinbar sein.

Das Ziel ist nicht, alle Läufer gleich laufen zu lassen.

Sollte man die Lauftechnik verändern?

Nicht automatisch.

Etwas auf Video zu sehen bedeutet nicht, dass es sofort korrigiert werden muss.

Eine gezielte Veränderung der Lauftechnik kann bestimmte biomechanische Parameter beeinflussen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch eine langfristige Reduktion des Verletzungsrisikos.

Veränderungen der Lauftechnik sollten deshalb ein klares Ziel haben und schrittweise eingeführt werden.

Laufanalyse und Laufschuhwahl

Hier entfaltet die Laufanalyse wahrscheinlich ihren größten Nutzen im Laufsport-Fachgeschäft.

Wir können kombinieren:

  • deine Laufpraxis;
  • deine bisherigen Schuhe;
  • deine Empfindungen;
  • deinen Fuß;
  • deine Ziele;
  • das Testen mehrerer Modelle;
  • die dynamische Beobachtung.

Diese Kombination ist deutlich sinnvoller, als eine einzelne Messgröße entscheiden zu lassen.

Wie wählt man die richtigen Laufschuhe? →

Ist eine Laufanalyse eine medizinische Diagnose?

Nein.

Eine Laufanalyse im Rahmen der Laufschuhberatung ersetzt keine Untersuchung durch Arzt, Physiotherapeut, Podologen oder andere entsprechend qualifizierte Gesundheitsfachkräfte.

Bei anhaltenden Schmerzen oder einem Verletzungsverdacht ist es nicht die Aufgabe des Geschäfts, eine medizinische Diagnose zu stellen.

Der Ansatz von Tripp Sport

Bei Tripp Sport verwenden wir die Laufanalyse als Hilfsmittel für die Entscheidungsfindung und nicht als Maschine, die einen bestimmten Schuh vorschreibt.

Am Anfang steht immer der Läufer: Training, Ziele, Vorgeschichte, bisherige Schuhe und Empfindungen.

Danach folgen Schuhvergleich und Beobachtung.

Die Kombination dieser Informationen hilft dabei, eine sinnvolle Auswahl zu treffen.

So funktioniert die Laufanalyse bei Tripp Sport →

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Tripp Sport
30 rue de Boyeffles
62160 Aix-Noulette
Frankreich

Zusammenfassung

Eine Laufanalyse kann hilfreich sein, um Laufbewegungen besser zu beobachten, mehrere Schuhe miteinander zu vergleichen und bestimmte Empfindungen verständlicher zu machen.

Sie kann jedoch allein weder alle Verletzungen vorhersagen noch eine medizinische Diagnose stellen, einen einzigen „perfekten“ Schuh wissenschaftlich bestimmen oder alle Läufer in drei einfache Kategorien einteilen.

Die sinnvollste Anwendung ist deshalb zugleich die vernünftigste:

beobachten, vergleichen, dem Läufer zuhören und jede Information im richtigen Kontext interpretieren.

Wissenschaftliche Quellen

  • Dingenen B et al. Biomechanical Risk Factors Associated with Running-Related Injuries: A Systematic Review. Sports Medicine, 2019.
  • Peterson B et al. Biomechanical and Musculoskeletal Measurements as Risk Factors for Running-Related Injury in Non-elite Runners: A Systematic Review and Meta-analysis. Sports Medicine – Open, 2022.